Aktuell
„Siehe,
ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht
grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in
allem, was du tun wirst.“
Josua 1,9
Liebe Geschwister und Freunde!
Wir stehen am Anfang des Jahres 2026. Erstaunlich
schnell ist wieder ein Jahr an uns vorüber gegangen und wir wissen nicht,
was uns im neuen Jahr erwartet. Von daher wollen wir betrachten, wie es
Josua erging, als er davorstand, in das verheißene Land einzuziehen. Auch er
stand vor der Frage, was ihn dort alles erwarten würde. Das Volk Israel
hatte vierzig Jahre der Wüstenwanderung hinter sich und stand an den Grenzen
des Landes, das Gott den Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob zugesprochen
hatte. Nun sollten die großen und jahrhundertealten Zusagen Gottes in
Erfüllung gehen. Doch mitten in dieser Situation starb Mose, der große
Führer des Volkes, ohne dass er seinen Fuß in das verheißene Land setzen
durfte.
Das war für seinen Gehilfen Josua eine sehr schwierige Lage, in
der er nun die Last auf sich nehmen sollte, das ungläubige Gottesvolk zu
seinem Ziel zu führen. Angesichts dieser großen Herausforderung gab Gott
seinem Diener sehr tröstliche Zusagen, die seinen Glauben aufbauen und
gewiss machen sollten. Als Mann des Glaubens vertraute Josua ganz darauf,
dass Gott seinem Volk das Land geben würde und dessen Bewohner besiegen
würde. Zweifellos waren die kanaanäischen Völker aus menschlicher Sicht sehr
stark. Es gab befestigte Städte im Land, denen jeweils ein König mit einem
gut gerüsteten Heer vorstand. Doch Josua war von Gott durch Mose kurz vor
dessen Tod vor allem Volk dazu ermächtigt worden (5. Mose 34,9), Israel in
das verheißene Land zu führen. Gott gab ihm nun klare Anweisungen und
Zuspruch für die gewaltige vor ihm liegende Aufgabe. Wir dürfen sicher sein:
Wenn Gottes Knechte bereit sind zu hören, dann nimmt Gott mit ihnen
Verbindung auf.
Dabei gab er ihm die konkrete Zusage: „Jede Stätte, auf
die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose
zugesagt habe“ (Jos 1,3). Mit diesen Worten baute er den Glauben Josuas und
seines Volkes auf. Später bekräftigte er sein Wort durch ein Zeichen, indem
er das Wasser des Jordans aufhielt, so dass das Volk trockenen Fußes
hindurch gehen konnte. Gott gab ihm die feste Zusicherung des Sieges
aufgrund der Zusage, dass er mit ihm sein werde und er ihn nicht verlassen
würde (Jos 1,5). Daraus konnte Josua schließen, dass Gott ihn im Glauben
erhalten und ihn befähigen werde, Gottes Anweisungen zu folgen und so dem
Volk das Land auszuteilen, wie es der Herr bereits ihren Vätern geschworen
hatte (V. 6).
Nicht nur einmal ermutigt Gott seinen Diener: „Sei stark
und getrost“, allerdings unter der Bedingung, dass er sich an das durch Mose
gegebene Gesetz halten würde. „Dann“, so sprach er, „wird es dir auf deinen
Wegen gelingen, und du wirst es recht ausrichten, wohin du auch gehst“ (Jos
1,7+8). Gott selbst steht zu dem von ihm gegebenen Wort und er will, dass
auch Josua sich an Gottes Wort hält. Es ist das Mittel, wodurch Gott seinen
Diener erkennen lässt, was sein Wille ist, und dass ihn weise macht.
Auch wir dürfen die vielfältigen Zusagen Gottes
für uns anwenden. Wir dürfen sie auf die konkreten Situationen, in denen wir
uns befinden, beziehen und im Glauben gewiss sein, dass alle Verheißungen
Gottes im neuen Bund der Gnade in Jesus Christus für jeden von uns gültig
sind.
Die Verheißung, die Josua gegeben wurde, verbürgt auch uns alle
Weisheit und Klugheit, deren wir bedürfen. Noch haben wir in dieser Welt, in
der der antichristliche Zeitgeist immer mehr zunimmt, mit einem listigen und
mächtigen Feind zu streiten. Im Herrn aber haben wir die Stärke, Tapferkeit
und den Sieg.
Viele unter uns bewegt die Frage, was uns das neue Jahr
bringen wird. Angesichts aller Ungewissheiten, die das Leben für uns in sich
birgt, ist uns klar, dass wir die Sicherung unseres Lebens und unseres
Wohlergehens nicht in der eigenen Hand haben. Das mag den einen oder anderen
von uns entmutigen, wenn wir merken, dass die Situation für uns Gotteskinder
in dieser Welt immer schwieriger wird. Denken wir z.B. an die Bedrohung
durch den zunehmenden Islamismus in unserem Land.
Solche Entwicklungen können uns Angst machen. Die
entscheidende Frage lautet: Worauf vertrauen wir? Auf wen hoffen wir im
Blick auf das neue Jahr, und wer wird uns sagen, was wir tun sollen? Hat uns
Gott dazu erwählt, dass wir in Christus Teilhaber seines Gnadenbundes sind,
so will er, dass wir ihm im Blick auf die Belange unseres zeitlichen Lebens
vertrauen, und er macht unser Herz gewiss mit der Zusage: „Der Herr ist mein
Helfer, ich will mich nicht fürchten; was kann mir ein Mensch tun?“ (Hebr.
13,6) Kann uns das nicht zuversichtlich, froh und mutig machen bei allen
Unwägbarkeiten und Unsicherheiten in dieser argen Welt?!
Josua tat das,
was Gott ihm geboten hatte: „Lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem
Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in
allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht“. Damit verband Gott die
Zusage: „Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen und du wirst es recht
ausrichten“ (Jos 1,8). Die Verbindung zwischen Gehorsam gegen Gottes Gebote
und der Segensverheißungen gehört zum Wesen des Gesetzesbundes, des sog.
„Alten Bundes“. Da wir heute nicht mehr in der alttestamentlichen Ordnung
leben, kann es uns nicht darum gehen, uns bei Gott mit Gesetzeswerken einen
göttlichen Segen zu verdienen. Vielmehr dürfen wir wissen, dass wir durch
den stellvertretenden Gehorsam unseres Herrn Jesus als Gottes Opferlamm,
durch den Glauben, den der H. Geist in uns wirkt, aller Segensverheißungen
Gottes teilhaftig geworden sind.
Mit großer Dankbarkeit dürfen wir uns daher immer wieder mit Gottes Wort
befassen, sei es täglich zu Hause oder in den Versammlungen der Gemeinde,
darüber nachzudenken und zu beten. In diesem Wort begegnet uns Christus,
unser „Immanuel“. Das heißt übersetzt: „Gott mit uns“ (Mt.1,23).
Um Christi willen ist Gott uns nicht nur gnädig
in der Vergebung unserer Sünde. Um seinetwillen ist er auch in seiner Gnade
in konkreten Belangen des Alltags, in Gesundheit und Krankheit, in Arbeit
und Arbeitslosigkeit, im Gelingen und Misslingen, in den guten und bösen
Zeiten des Lebens unser Gott und Helfer. Sein Wort wollen wir auch im Neuen
Jahr stets vor Augen haben, ihm wollen wir vertrauen, und er wird unser
Leben mit all' seinen Gebrechen nach seinem gnädigen Ratschluss lenken. Wir
werden es wieder erleben, wie auch 2026 der Glaube an Jesus Christus für uns
der große Halt und die lebendige Kraftquelle sein wird. Darum wollen auch
wir stark und mutig ins das neue Jahr gehen, so wie Josua in das zwar
unbekannte, aber doch verheißene Land gehen durfte.
Herzliche Segenswünsche und ein gesegnetes neues Jahr,
Euer / Ihr
Frank Bernhardt