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Er aber spricht zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hingelegt hatten.  Markus 16,6

Liebe Geschwister und Freunde!

Die Auferstehung des Herrn Jesus ist eines der festen Fundamente unseres Glaubens. Das Wort Auferstehung ist ein Zentralbegriff in der Bibel. Gegenüber einer griech. Unsterblichkeitshoffnung bezeugt die Schrift die Wiedererstehung des ganzen Menschen nach Geist, Seele und Leib. Das NT kennt die beiden Ausdrücke auferstehen und auferweckt werden und verwendet sie im Sinne von Rückkehr ins Leben. »Auferstehung« und »Auferweckung« sind zwei Seiten derselben Sache. Nur der Glaube an einen gestorbenen und auferstandenen Herrn öffnet uns den Weg zur Errettung und zur ewigen Herrlichkeit. Die Auferstehung Jesu, der für uns Sünder am Kreuz litt und starb, war die völlige Rechtfertigung seiner Person. Eine weitaus größere Rechtfertigung liegt noch in der Zukunft, wenn er in Macht und Herrlichkeit wiederkehrt.

Uns wird vom Evangelisten Markus berichtet, wie eine kleine Schar von Frauen vor dem leeren Grab des Herrn stand. Die biblische Auferstehungsbotschaft beginnt hier also nicht mit religiösen Erlebnissen oder vorrausschauenden Erscheinungen, anhand deren die Jünger hätten sehen können: Jesus lebt. Nein, das Erste, was den Frauen vor Augen geführt wurde, war das leere Grab. Diese irdische Wahrheit ist grundlegend und wesentlich. Sie zeigt uns, dass die Auferstehung Jesu nicht eine geistige Angelegenheit war, sondern eine leibliche Wirklichkeit. Gegenüber der Behauptung, Jesus lebe, hätte man sonst immer einwenden können: Aber da ist doch sein Grab, da liegt er doch, der tote Jesus! Doch das leere Grab machte einen solchen Einwand zunichte. Es ist deshalb ein wesentlicher Teil der biblischen Osterbotschaft.

Für die Juden war die Auferstehung Jesu zutiefst peinlich, denn sie wollten Jesus ja gerade mit der Kreuzigung aus dem Weg räumen und hatten nun das Problem, dass er lebte. Also erfanden sie das Gerücht vom Leichendiebstahl und versuchten so, ihr schlechtes Gewissen zu entlasten und die Kunde von der Auferstehung ins Leere laufen zu lassen. Doch die Fakten sprachen dagegen und die Ausgießung des Heiligen Geistes und die Gründung der Gemeinde Jesu wenige Wochen später zeigten die Macht des Auferstandenen.
Die Bibel bezeugt uns mit klaren Worten, dass Jesus wirklich leiblich auferstanden ist. Das leere Grab ist ein Faktum, das von höchster Bedeutung ist im Blick auf die Tatsache der Auferstehung Jesu. Es ist nicht egal, was mit dem Leichnam Jesu geschehen ist. Vielmehr ist das leere Grab der Beweis der Auferstehung Jesu. Als der leiblich von den Toten Auferstandene ist er zum Himmel aufgefahren und regiert in Ewigkeit zur rechten des Vaters. Das Leben Jesu ist ewig und unvergänglich, und durch den Glauben an Christus haben auch wir jetzt Anteil an seiner Auferstehung und seinem ewigen Leben (s. Joh 11,25-26). Es handelt sich um eine Tatsache, von der der Apostel Paulus in dem großartigen 15. Kapitel seines Briefes an die Gläubigen zu Korinth aufgrund unseres Eins-Seins mit Christus spricht (1. Kor. 15,20-23). Wie tröstlich ist doch dieses Wissen in einer Welt, in der das Böse, das uns so viel Not bereitet, und der Tod scheinbar triumphieren.

Wenn auch unsere leibliche Auferstehung noch zukünftig ist, so sind wir, die wir glauben, doch bereits in die Wirklichkeit des göttlichen Lebens hineingestellt worden, wie Paulus an anderer Stelle schreibt: „Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten; und er hat euch mit ihm lebendig gemacht“ (Kol. 2,12 + 13a). Dieser Glaube an das stellvertretende Opfer Jesu durch sein Blut und seine leibliche Auferstehung zu unserer Rechtfertigung vor Gott, bezeugt in Gottes Wort, ist eine Wirkung der selben Kraft Gottes, die Jesus von den Toten auferweckt hat (vgl. Eph. 1,19+20). In diesem Glauben wirken sich schon in der Gegenwart die Lebenskräfte des auferstandenen Herrn aus. So sind wir bereits hinübergewechselt aus dem Bereich des geistlichen Todes, in den des geistlichen Lebens und werden das ewige Gericht Gottes nicht sehen (s. Joh. 5,24 u. Joh. 8,51). Dieses alles haben wir jedoch hier auf Erden nur »im Glauben« und noch nicht »im Schauen«. Wir müssen wohl noch durch viele Bedrängnisse ins Reich Gottes eingehen, aber dennoch ist in unserem Herrn Jesus alles bereits Wirklichkeit.

Doch will ich auch die Auferstehung für die übrige Menschheit, also für die Ungläubigen nicht unerwähnt lassen. Auch sie bekommen einen Auferstehungsleib, aber zum Gericht. Nach Jesu Aussage in Joh 5,28-29 heißt es: „Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden: die das Gute getan haben (im Glauben an Jesus Christus) zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben (im Unglauben), zur Auferstehung des Gerichts“. Diese allgemeine Auferstehung geschieht, wenn unser Herr Jesus seine Königsherrschaft in die Hände seines Vaters zurücklegen wird, also am Ende der Erdentage. Diese Auferstehung wird im „Gericht“ alle ungläubigen Toten vor dem Thron des Weltrichters vereinen. Das in den Gerichtsakten Gottes Geschriebene entscheidet über das endgültige Los der Ungläubigen, die ewige Verdammnis im sog. „Feuersee“ (s. Offb. 20,15).

Nur wer durch die im Bewusstsein und Bekenntnis der Sünde vor Gott das Evangelium gläubigen Herzens angenommen hat, nämlich die Vergebung der Sünden durch unseren Herrn Jesus Christus, der für unsere Sünden am Kreuz gestorben und auferstanden ist und die Herrschaft über uns übernommen hat, kann vor dem Gerichtsurteil ewiger Verdammnis gerettet werden. Für solche findet beim Kommen des Herrn in der Auferstehung ihr Glaubensleben seinen glanzvollen und krönenden Abschluss: Die Verwandlung unseres Leibes, der dem Tod und der Nichtigkeit ausgeliefert ist, in die Ebenbildlichkeit seines verherrlichten Leibes (vgl. Röm. 8,29). Dann wird der Herr die Seinen für alle Zeit mit sich vereinen. Tod und Grab sind nicht die Endstation unserer Existenz. Vielmehr ist unsere leibliche Auferstehung der Eingang in das ewige Leben in der neuen Schöpfung. Voller Staunen und Freude wollen wir die wunderbare Botschaft von der Auferstehung Jesu und dem leeren Grab vernehmen: „Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hingelegt hatten.“

Herzliche Segenswünsche
Euer / Ihr
Frank Bernhardt